Einrichtung einer weiteren Gruppe im Vormittags-, bzw. Ganztagsbereich in der Kindertagesstätte Lüttje Hus

Betreff
Einrichtung einer weiteren Gruppe im Vormittags-, bzw. Ganztagsbereich in der Kindertagesstätte Lüttje Hus
Vorlage
2019/FB III/3052
Art
Beschlussvorlage

Finanzierung:

Für die Erweiterung der Kindertagesstätte Lüttje Hus, die Veränderung der GS Edewecht sowie der Außenstelle der Astrid-Lindgren-Schule  sind im Haushalt 2019 keine Mittel eingeplant. Für die vollumfängliche Umsetzung der erforderlichen Maßnahmen werden Mittel in Höhe von 350.000,- € benötigt und sind in über einen Nachtragshaushalt zur Verfügung zu stellen.

 

Sachdarstellung:

Die Vergabe der Kindergartenplätze für das Kindergartenjahr 2019/20 hat ergeben, dass die Anzahl der vorhandenen Vormittags- und Ganztagsplätze nicht ausreichend ist, um den tatsächlichen Bedarf zu befriedigen.

Neben einem leichten Anstieg der Kinderzahlen sind die Fehlplätze damit begründet, dass es immer schwieriger wird Nachmittagsplätze zu vergeben, da  nur in Ausnahmefällen ein sorgeberechtigter Elternteil nicht berufstätig ist.

 

Ohne die Berücksichtigung weiterer Zuzüge und weiterer Arbeitsaufnahmen ist aus jetziger Sicht spätestens zum 01.02.2020 eine weitere Vormittags-, bzw. Ganztagsgruppe zu schaffen.

Anhand des demographischen Gutachtens lässt sich ableiten, dass die Kinderzahlen entgegen des landesweiten Trends auch in den kommenden Jahren hoch bleiben werden.

 

Aufgrund der aktuellen Gesetzeslage wird der Förderbereich „Lernen“ zum Ende des Schuljahres 2028/29 auslaufen, sodass tendenziell der Raumbedarf der Astrid-Lindgren-Schule sinken wird.

Somit wäre es konsequent, vorhandene Räumlichkeiten der Außenstelle der Astrid-Lindgren-Schule zu Gunsten des Kindergartens zu nutzen.

 

Konstruktive Gespräche mit den Schulleitungen der Astrid-Lindgren-Schule und der Grundschule Edewecht haben ergeben, dass die Möglichkeit besteht  die Kindertagesstätte Lüttje Hus um eine weitere Gruppe zu erweitern und außerdem die schulischen Belange im Alltag deutlich zu verbessern.

 

IST-Zustand

 

Neben einem Lehrerzimmer und diversen Neben- und Therapieräumen verfügt die Astrid-Lindgren-Schule in den Gebäuden der Grundschule Edewecht und der ehemaligen Orientierungsstufe Edewecht über insgesamt sechs Klassenräume des Förderschwerpunktes „geistige Entwicklung“, diverse Therapieräume und ein Lehrerzimmer.

 

Hiervon sind drei Klassenräume sowie ein Therapieraum direkt zwischen der Pausenhalle der Grundschule und der Kindertagesstätte Lüttje Hus belegen.

Die restlichen Räume der Außenstelle der Astrid-Lindgren-Schule befinden sich im Erdgeschoss des ehemaligen Orientierungsstufengebäudes an der Hauptstraße.

 

Ebenfalls in diesem Gebäude am Ende des Flures im Untergeschoss befindet sich der Werkraum der Grundschule Edewecht mit angeschlossenem Lager.

Diese Aufteilung ist sehr ungünstig, da die Klassen der Außenstelle der Astrid-Lindgren-Schule in zwei verschiedenen Gebäudeteilen untergebracht sind und teilweise Schüler mit einer körperlichen Beeinträchtigung für sie lange Wege zu Therapie- und Klassenräumen zurücklegen müssen.

 

Auch für die Klassen der Grundschule ist der  Werkraum äußerst ungünstig belegen, da er sich am Ende des Flures im Untergeschoss des ehemaligen OS-Gebäudes befindet und somit immer lange Wege zum Werkunterricht zurückgelegt werden müssen.

 

Vorschlag der Verwaltung

 

a. Räumlichkeiten

Hier bieten sich aus Sicht der Verwaltung zwei Alternativen an, um im Bestand des Schulgebäudes weitere Räumlichkeiten für den Kindergarten Lüttje Hus zu generieren.

 

Naheliegend wäre eine Verlegung des jetzigen Lehrerzimmers der Außenstelle der Astrid-Lindgren-Schule in einen von der Kreismusikschule Ammerland genutzten Klassenraum im Obergeschoss des Gebäudes, da das Lehrerzimmer direkt an der Kindertagesstätte belegen ist.

Diese Alternative ist allerdings nicht zweckmäßig, da die Lehrerschaft zu weit von den schulischen Räumen entfernt wäre. Da in der Außenstelle der ALS nur Schüler/innen mit dem Förderschwerpunkt „geistige Entwicklung“ beschult werden, wäre eine Unterbringung des Lehrerzimmers im Obergeschoss nur dann möglich, wenn außerdem ein Fahrstuhl eingebaut wird, um der inklusiven Beschulung Rechnung zu tragen.

 

Die Schulleitung der Astrid-Lindgren-Schule hat mitgeteilt, dass zum kommenden Schuljahr zwei Klassen von der Außenstelle zum Haupthaus verlegt werden können.

Hier bietet es sich nun an, die Klassen neben der Pausenhalle der Grundschule zu räumen, um dort dann den Werkraum mit angeschlossenem Lager und ein Stuhllager für die Grundschule unterzubringen, um somit den Werkraum direkt an die Grundschule anzuschließen (siehe Zeichnungen).

 

Der frei werdende Werkraum mit angeschlossenem Lager im ehemaligen OS-Trakt könnte dann als weiterer Klassenraum mit Therapieraum der Außenstelle der Astrid-Lindgren-Schule genutzt werden, sodass auch der bisherige Klassenraum (64 qm) mit angeschlossenem Therapieraum (24 qm) neben der Kindertagesstätte Lüttje Hus frei werden würde (siehe Zeichnungen).

Hier könnte ein weiterer Gruppenraum mit angeschlossenem Intensivraum für den Kindergarten Lüttje Hus entstehen. Dafür ist es allerdings notwendig, den Klassenraum an den Kindergarten anzuschließen und räumlich von der Schule zu trennen (siehe Zeichnungen).

 

Zwischen dem Eingangsbereich des Kindergartens Lüttje Hus und den freiwerdenden Klassenräumen besteht die Möglichkeit durch eine Mauer den Kindergarten inklusive der neuen Gruppe vom Schulflur abzugrenzen. In diesem Bereich ist auch ein Nebeneingang für die Erzieher und den Lehrkörper vorhanden, der aber nach Rücksprache mit den Schul- und Kindergartenleitungen entbehrlich ist. Hier könnte neben einem WC-Bereich für die neue Gruppe auch ein Garderobenbereich entstehen (siehe Zeichnungen).

 

In Kindertagesstätten ist ab der Betreuung von gleichzeitig drei Gruppen die Bereitstellung eines zusätzlichen Bewegungsraumes verpflichtend. Zurzeit hat der Kindergarten in der anliegend belegenen Schulturnhalle an drei Tagen feste Zeiten. Für diese Lösung hat das Land jedoch lediglich eine befristete Betriebserlaubnis erteilt, sodass die Errichtung eines Bewegungsraumes unerlässlich ist.

 

Die Pausenhalle der ehemaligen Orientierungsstufe (ca. 210 qm) wird zurzeit überwiegend vom Kindergarten als Mensabereich für das Mittagessen genutzt. Hier wäre unproblematisch eine Fläche von ca. 90 qm per Leichtbauwänden für die Nutzung eines Bewegungsraumes abtrennbar (siehe Zeichnungen).

 

Außerdem müsste der Zugang zur Außenstelle der Astrid-Lindgren-Schule geschlossen werden, um zu gewährleisten, dass Dritte nicht unberechtigt in den Kindergarten gelangen können.

 

b. Außenspielflächen

Nach den Bestimmungen des Kindertagesstättengesetzes ist pro gleichzeitig betreutem Kind eine Außenspielfläche von 12 qm zur Verfügung zu stellen. Bei der Einrichtung einer vierten Gruppe am Vormittag, bzw. Ganztag wird eine Außenspielfläche von 1.200 qm benötigt. Zurzeit verfügt der Kinder über eine eigene Außenspielfläche mit einer Größe von ca. 694 qm. Außerdem kann der Kindergarten den Innenhof der Schule als Außenspielfläche nutzen. Dies ist jedoch aus fachlicher Sicht nicht förderlich, da durch zwei Standorte im Freispiel mehr Personal gebunden ist und außerdem die Kinder voneinander getrennt werden.

 

Hier stellt die Grundschule eine an die Außenspielfläche des Kindergartens grenzende Außenfläche mit einer Größe von ca. 930 qm (siehe Zeichnung) zur Verfügung. Von Vorteil ist hier, dass auf dieser Fläche bereits diverse Spielgeräte vorhanden sind, die auch vom Kindergarten genutzt werden können. Somit würde der Kindergarten über eine Außenspielfläche von ca. 1.600 qm verfügen.

 

Fazit:

Bei einer Umsetzung der vorstehend beschriebenen Maßnahmen ergeben sich sowohl für die Schulen als auch für den Kindergarten erhebliche Vorteile:

 

-        sinnvolle Vergrößerung des Kindergartens um einen Gruppenraum mit Nebenräumen sowie einem eigenen Bewegungsraum

-           ausreichende Außenspielflächen des Kindergartens an einem Standort

-           die Außenstelle der Astrid-Lindgren-Schule wird zukünftig kompakt in einem Gebäudeteil untergebracht sein.

-           der Werkraum der Grundschule Edewecht wird direkt an der Grundschule belegen sein

 

Neben der Verwaltung sprechen sich die Kindergartenleitung sowie die Schulleitungen beider Schulen ausdrücklich für die rasche Umsetzung der beschriebenen Maßnahmen aus.

 

Aus Sicht der Verwaltung sollte die Umsetzung umgehend erfolgen, da die benötigten Plätze im kommenden Kindergartenjahr dringend benötigt werden und mit der Umsetzung der Maßnahme außerdem eine konkrete Verbesserung des Schulalltags für beide Schulen einhergeht.

 

Für die Umsetzung aller erforderlichen Maßnahmen werden Mittel in Höhe von ca. 350.000,- € inklusive der Ausstattung und der Umgestaltung der Außenanlagen benötigt. Beim Landkreis Ammerland können Fördergelder in Höhe von 62.000,- € beantragt werden. Im Haushalt 2019 sind entsprechende Mittel nicht veranschlagt. Diese sollten über einen Nachtragshaushalt zur Verfügung gestellt werden.

 

Beschlussvorschlag:

1. Der Kindergarten Lüttje Hus wird wie in der beigefügten Baubeschreibung aufgeführt um einen Gruppenraum mit angeschlossenem Intensivraum einem Sanitärbereich sowie einem Bewegungsraum erweitert. Außerdem wird der Werkraum der Grundschule Edewecht mit angeschlossenem Lager mit einem Klassenraum und einem Therapieraum der Außenstelle der Astrid-Lindgren-Schule getauscht.

2. Der notwendige Förderantrag für die Kindertagesstätte ist nach Vorlage einer endgültigen Planung und gesicherten Kostenkalkulation verwaltungsseits an den Landkreis Ammerland zu richten.

 

Anlagen:

-           voraussichtliche Auslastungszahlen der Kindergärten bis Mai 2020

-           Übersichtspläne

-           Baubeschreibung